Hochwasserübung 2017 im „Nassen Dreieck“

Der Landesverband Westfalen hatte nach Rheine in den Kreis Steinfurt geladen, oder wie der gestandene Übungsteilnehmer so sagt: „Wir fahren nach Hamburg“.

Jedes Jahr findet über das „Himmelfahrt-Wochenende“ die Großübung der DLRG Westfalen statt. Da die Wasserrettungszüge in Westfalen sehr umfangreich sind, müssen die Trupps nur alle 2 Jahre zur Übung. In diesem Jahr waren wir wieder dabei.

Olav hat einen interessanten Bericht verfasst und viele Fotos mitgebracht: Das sogenannte „Nasse Dreieck“, bei Hörstel-Bergeshövede in der Region Tecklenburger Land, bezeichnet das Wasserstraßendreieck, bei dem der Mittellandkanal (MLK) vom Dortmund-Ems-Kanal (DEK) bei km 108,35 abzweigt und den Teutoburger Wald quert.

4 Wasserrettungszüge des Landesverbandes stellten von Donnerstag den 25. Mai bis Sonntag den 28.Mai in verschiedenen Hochwasserszenarien ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis.

Schon die Anfahrt in das Übungsgebiet wurde durch simuliert überflutete Gebiete und Straßen nicht einfach. Der Bootstrupp UN-05 der Ortsgruppe Westhofen-Garenfeld wurde dem Wasserrettungszug 8 unterstellt und übte in mehreren Hochwasserszenarien die Zusammenarbeit mit anderen Trupps. Ob reine Evakuierungsmaßnahmen von Personen in vom Hochwasser eingeschlossenen Häusern, Sicherstellung der Versorgung, des Brandschutzes mit der Feuerwehr und der medizinischen Versorgung von abgeschnittenen Siedlungsgebieten oder Deichsicherung unter extremen Zeitdruck bis zum Evakuierungssignal weil der Deich dann doch brechen wird.

Abgerundet wurde das Übungsprogramm durch ein Offroad-Fahrtraining mit unseren Fahrzeugen auf einem Truppenübungsplatz. Auf Waldwegen und Sandpisten mit teilweise extremen Schräglagen, Gefällen und Steigungen haben wir gelernt, das bei richtiger Fahrweise auch ein großes Sandloch nicht gleich das Ende einer Einsatzfahrt bedeuten muss.

Gerade das letzte Einsatzszenario Deichsicherung wurde bei sehr warmen Wetter am Samstagnachmittag zum absoluten Kraftakt. 2000 Sandsäcke wurden zur Sicherung in verschiedenen Sicherungsmaßnahmen per Hand verbaut und anschließend wieder rückgebaut. Wenn man für einen Sandsack ein Gewicht von 30kg zugrunde legt, wurden hier innerhalb weniger Stunden 60 Tonnen Sand ohne Maschinen am Deich entlang verbaut. Nach Angaben des Logistiktrupps, der für die Versorgung der Helfer vor Ort verantwortlich ist, wurden alle Wasserreserven, zusammengerechnet 350 Liter, von den 50 Helfern des Zuges ausgetrunken.

Die Unterkunft für täglich abgekämpfte Kat´s-Helfer wurde im Kopernikus-Gymnasium eingerichtet. Hier wurden 4 Wasserrettungszüge, die Koordinierungsstelle, die Übungssteuerung, die Küche, der Krisenstab und vieles mehr untergebracht. Insgesamt haben hier 300 Helfer ihre Feldbetten in Klassenzimmern aufgestellt. Am Sonntag-Mittag durften sich unsere Helfer, müde aber glücklich über das Gelingen der Übung wieder auf den Weg zurück an die Ruhr bei Garenfeld machen.

Mitgefahren sind Dominik Kohl, Stefan Heinrich, Manuela Wachenfeld, Sven Vogelsang und Olav Samlowski. KatS_2017

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